Schwiegermutter spricht beruhigend mit ihrem Sohn, während dessen Partnerin im Hintergrund Abstand hält.

5 Tipps für heikle Gespräche übers Grenzen setzen

Wie konfliktbeladene Gespräche gelingen, wenn die Schwiegermutter plötzlich zum Dauergast wird.

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Meine Schwiegermutter ist ständig bei uns im Garten. Eigentlich mag ich sie, aber ich habe das Gefühl, nie wirklich meine Ruhe zu haben. Wie setze ich Grenzen, ohne jemanden zu verletzen? Und wie erkläre ich meinem Mann, dass mich das belastet?“

Ein gemeinsames Grundstück mit genügend Platz und sogar eine optische Abgrenzung zwischen den Bereichen. Während ihr Schwiegervater dies ganz selbstverständlich respektierte, scheint die Schwiegermutter einen eingebauten Sensor zu besitzen: Kaum setzt sich die Frau mit ihrem Kaffee auf die Terrasse, dauert es keine zwei Minuten und die Schwiegermutter sitzt neben ihr.

Ich höre in meiner Praxis immer wieder ähnliche Geschichten, nicht immer geht es um die Schwiegermutter, aber eben um Menschen, die es gut meinen und uns trotzdem an unsere Grenzen bringen. Denn plötzlich treffen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Während die einen sich Nähe und Austausch wünschen, sehnen sich die anderen mitunter nach Ruhe und Rückzug.

Das eigentliche Problem ist dabei oft nicht die Schwiegermutter selbst, denn in den meisten Fällen weiß die andere Person gar nicht, dass sie eine Grenze überschreitet. Während die Schwiegermutter denkt: „Schön, jetzt können wir ein bisschen plaudern“, sitzt die Schwiegertochter mit ihrem Kaffee auf der Terrasse und hofft insgeheim auf zehn Minuten Zeit für sich.

Was dann entsteht, kennen viele von uns: Wir ärgern uns, werden gereizter und sammeln innerlich Beweise dafür, wie respektlos sich der andere verhält. Gleichzeitig sprechen wir aber nie klar aus, was wir eigentlich brauchen.

Besonders heikel wird es, wenn der/die Partner:in dazwischensteht, denn plötzlich geht es nicht mehr nur um einen Gartenbesuch, sondern um Loyalität und die unausgesprochene Frage: „Auf wessen Seite stehst du eigentlich?“

Viele Paare geraten genau hier in einen Konflikt – während sich der eine Part nicht verstanden fühlt, steht der andere gefühlt zwischen den Fronten. Die Lösung liegt dabei selten darin, Partei zu ergreifen. Es wäre viel wichtiger, gemeinsam als Paar auf die eigenen Bedürfnisse zu schauen und diese zu kommunizieren.

Wer dem/der Partner:in sagt: „Deine Mutter nervt mich“, wird wahrscheinlich eine Verteidigungsreaktion auslösen. Wer hingegen sagt: „Ich merke, dass ich manchmal Zeit für mich brauche und mir diese Ruhe fehlt“, spricht über das eigene Bedürfnis statt über die Schuld des anderen.

Das gilt übrigens nicht nur für Schwiegermütter, sondern für viele Beziehungen. Oft warten wir darauf, dass andere unsere Bedürfnisse erkennen, doch wenn diese nie ausgesprochen werden, können sie auch nicht respektiert werden.

Denn gute Beziehungen entstehen nicht dort, wo es keine Grenzen gibt – sie entstehen dort, wo Grenzen respektiert werden.

Schwiegermutter sorgt für Spannungen zwischen einem jungen Paar in der Küche.
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5 Tipps für heikle Gespräche über Grenzen

  1. Beim eigenen Bedürfnis bleiben. Sprechen Sie über das, was Sie brauchen, nicht darüber, was die andere Person falsch macht.
  2. Partner:innen nicht zu Gegner:innen machen. Formulieren Sie ein gemeinsames Anliegen: „Wie können wir eine Lösung finden, die für uns beide passt?“
  3. Frühzeitig sprechen. Je länger Frust aufgestaut wird, desto emotionaler wird das Gespräch.
  4. Wertschätzung und Grenze kombinieren. „Ich schätze deine Mutter sehr, gleichzeitig brauche ich manchmal Zeit für mich.“
  5. Klare Absprachen treffen. Grenzen werden leichter respektiert, wenn sie konkret sind. Zum Beispiel: bestimmte Zeiten für Rückzug oder ein kurzer Anruf vor spontanen Besuchen.

Schreibt uns eure Fragen rund um das Thema Liebe und Beziehungen an redaktion@dieburgenlaenderin.at

Portrait von Claudia Toth, MSC – Ganzheitliche ­Familienbegleiterin, psycho­soziale Beraterin
Claudia Toth © M. Fellner

Claudia Toth, MSC

Ganzheitliche ­Familienbegleiterin, psycho­soziale Beraterin. Sie begleitet Paare und Eltern dabei, ein stabiles Fundament für sich selbst, ihre Partnerschaft und die Begleitung ihrer Kinder zu schaffen. Ihre Mission: gestärkte Familien der Zukunft.

www.dielebensgestalterei.com

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