MIRIMARI Fashion

Die Modesdesignerinnen

6 Min.

Christoph Gross Fotografie

Mirjana Topalovic und ihre Schwester Marijana Djokovic aus Hohenems leben als Modedesignerinnen ihren
gemeinsamen Traum. Stars, Celebrities, Influencerinnen und Moderedakteure aus der ganzen Welt lieben ihre
extravaganten und glamourösen Kleider.

Schauspielerin Sophia Lillis aus Dungeons & Dragons, Rapperin Tommie Lee, Miss Universe 2020 Andrea Meza und Top-Influencerin Simonetta Lein mit über 17 Millionen Followern auf Instagram. Diese Berühmtheiten haben mit anderen Stars, Künstlerinnen und Models zumindest eine Gemeinsamkeit: Sie alle waren bereits in den spektakulären Outfits und atemberaubenden Roben von MIRIMARI FASHION zu sehen – ein High-Fashion-Label, das seinen Firmensitz im beschaulichen Hohenems hat. Dahinter stecken die Schwestern Mirjana Topalovic und Marijana Djokovic, die seit 2019 mit viel Leidenschaft, Mut, Kreativität, Durchhaltevermögen und der richtigen Portion Glück den Erfolgskurs ihrer Marke rund um den Globus vorantreiben.

PIC Djordje Bukvic

Red Dress, MIRIMARI – 390€

sprung ins kalte wasser

Schon seit der Kindheit begleitet die Vorarlbergerinnen eine ausgeprägte Begeisterung für Mode. Während die ältere Schwester Mari, wie sie genannt wird, ihr Faible für außergewöhnliche Kleider zunächst nur zeichnerisch aufs ­Papier bringt und damit für staunende Gesichter bei den Erwachsenen sorgt, eignet sie sich später eine solide Grundausbildung als Bekleidungstechnikerin in der Dornbirner Textilschule an. Die acht Jahre jüngere Schwester Miri träumt hingegen von einer Karriere als Sängerin, wühlt sich mit Vorliebe durch die Schulsachen und Stoffmuster der Schwester und schneidert mit Schere, Schnüren und Bändern abenteuerliche Bühnenoutfits.

PIC Djordje Bukvic

Sequin Dress, MIRIMARI – 390€

Statt des verrückten Modezirkus wartet aber zunächst das normale Leben auf die beiden, die lange versuchen ihre Erfüllung in ganz soliden Branchen zu finden. „Ich habe in vielen Bereichen gearbeitet, es waren gute Jobs, aber ich bin nie richtig glücklich geworden und meine Schwester auch nicht“, erinnert sich Mirjana zurück. Irgendwann stellt sich die Frage aller Fragen: Soll es so lauwarm weitergehen, war es das oder ist es an der Zeit, die eigenen Träume zu verwirklichen und etwas zu wagen? Im Jahr 2019 setzen Miri und Mari alles auf eine Karte, kündigen ihre Jobs und machen sich als Modedesignerinnen selbstständig. „Ehrlich gesagt sind wir relativ unbedarft an die­ ­Sache herangegangen, dafür mit großem Enthusiasmus“, erzählen die Schwestern lachend.

PIC Evgeny Milkovich

Puttin’ on the Ritz

Schnell ist eine Nähmaschine angeschafft, Marijana geht auf Stoffsuche und beginnt die ersten Outfits zu nähen, mit denen sie ihren noch bescheidenen Instagram-Account füllen. „Wir hatten zwar nur 500 oder 600 Follower, aber andere Fashion-Accounts mit großer Reichweite haben unsere Sachen gepostet und zwei Wochen, nachdem das Gewerbe angemeldet war, wurden wir von einem Talent Scout zu einer Fashion Show in Paris eingeladen“, erinnert sich Mirjana. Eine große Ehre, allerdings mit einem klitzekleinen Haken. „Wir hatten bis zur Show nur fünf Wochen Zeit, was eigentlich eine unmögliche Challenge ist“, erklärt Marijana. „Es war klar, dass wir keine große Kollektion zeigen können, aber die Outfits sollten dafür ultraspektakulär sein“, ergänzt Mirjana. Schnell werden Etiketten bestellt, ein Bus angemietet und tatsächlich schaffen es die Schwestern, sechs aufsehenerregende Kleider samt passender Accessoires auf die Beine zu stellen. „Es ist sich alles auf den letzten Drücker ausgegangen, war aber sehr chaotisch und noch völlig unprofessionell“, sind sich die Schwestern einig. Die Show im legendären Hotel Ritz an der Pariser Place Vendôme, bei der auch Größen wie der italienische Brautmode-Couturier Alessandro Angelozzi dabei sind, wird zum absoluten Erfolg. „Wir konnten es gar nicht fassen, aber die Leute waren von unseren Entwürfen völlig fasziniert“, resümieren die beiden. Nur drei Tage später klopft Hollywood an.

Im Rampenlicht

Die Nachricht der Fashion-PR-Agentur aus Los Angeles ist kein Fake und ab dem Zeitpunkt stehen für MiriMari Fashion die Zeichen endgültig auf Glamour. „Als wir realisiert haben, dass die Anfrage echt ist, haben wir vor lauter Freude geweint“, erinnert sich Mirjana. „Solche Agenturen haben verschiedene Designer im Programm, dort suchen Stylisten von Stars, Influencer oder Fashion Editors die Outfits für den Roten Teppich, ein Shooting oder einen Bühnenauftritt aus“, erklären die beiden. Obwohl Corona dazwischenfunkt, arbeiten die Schwestern unter Hochdruck und ohne Pause weiter. „Wir haben dann zu Johnny S. Cohen und seiner Agentur The Confessional Showroom in New York gewechselt, die auch in Miami vertreten ist. Danach ist es richtig losgegangen.“ An den aufwendigen Sonderanfertigungen, die sie nach Amerika schicken, näht und tüftelt Marijana mitunter mehrere Wochen. „Im Gegensatz zu großen Designern können wir mit unseren begrenzten Ressourcen immer nur eine einzige Größe anbieten. Wir zittern dann jedes Mal und leider hatten wir auch oft Pech. Die Stylistin von Rapperin Cardi B etwa wollte ein Outfit von uns, aber es hat dann leider nicht gepasst“, erzählt Mirjana. Ein unerfreulicher, aber wichtiger Lernprozess für die Schwestern.

Mit der Eröffnung unseres ersten eigenen Stores in der Dornbirner Marktstrasse erfüllt sich ein lang gehegter Traum.

Ready-to-wear

Die schillernden Designs der beiden Vorarlbergerinnen sind nicht nur bei Stars und Celebrities heiß begehrt. Mittlerweile lächeln Models in MIRIMARI-Outfits von unzähligen Covers bekannter Hochglanzmagazine rund um den Globus. „Ab und zu können wir es gar nicht fassen, aber unser Motto lautet: nicht abheben, weiterarbeiten“, erzählen die Jungdesignerinnen, die sich trotz aller Erfolge eine liebenswerte Bescheidenheit erhalten haben. Und die Arbeit wird nicht weniger – neben den Sonderanfertigungen für die Agentur in den USA und Fashion Shows haben die Schwestern auch zwei Kollektionen am Start, betreiben ihren eigenen Onlineshop und sind als einzige Designerinnen aus Österreich Teil eines großen Projekts in Asien, das bald startet. „All diese Felder wollen wir unbedingt weiter bedienen, aber nachdem wir die letzten Jahre intensiv in den Markenaufbau ­investiert haben, werden wir den Fokus nun stärker auf den Verkauf von Ready-to-wear-Modellen legen.“ Neben einer vermehrten Präsenz in ausgewählten Concept Stores ­eröffnen die sympathischen Schwestern im Herbst 2023 ihren ersten eigenen Shop. Statt in New York, Miami oder Los Angeles gibt es die Modelle von MIRIMARI Fashion bald in Dornbirn in der Marktstraße 24.

PICS Djordje Bukvic | Richard Lecoin

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