Catcalling: 10 Sätze gegen Belästigung
Alltägliche Belästigung erkennen und darauf reagieren
© Catcalling Pexels/Elijahsad
Unter Catcalling versteht man sexuell anzügliche Kommentare, Pfiffe, Kussgeräusche oder aufdringliche Zurufe gegenüber meist weiblich gelesenen Personen im öffentlichen Raum. Es handelt sich nicht um ein echtes Kompliment, sondern um eine einseitige Grenzüberschreitung ohne Einverständnis.
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In Ländern wie Frankreich wurde Catcalling bereits gesetzlich als Form sexueller Belästigung eingestuft und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Auch in Deutschland wird immer wieder über eine klarere gesetzliche Einordnung diskutiert.

Warum Catcalling problematisch ist
Catcalling basiert auf einem Ungleichgewicht: Eine Person nimmt sich das Recht, den Körper oder das Aussehen einer anderen öffentlich zu kommentieren. Die betroffene Person wird dabei auf ihr Äußeres reduziert.
Die Folgen können sein:
- Unsicherheit und Angst im öffentlichen Raum
- Wut, Ohnmacht oder Scham
- Vermeidungsverhalten (andere Wege, andere Kleidung, Begleitung suchen)
Viele Betroffene berichten, dass sie ihre Alltagsroutinen anpassen, um Belästigungen zu vermeiden. Das schränkt Freiheit ein – und genau darin liegt das gesellschaftliche Problem.
Reagieren – oder nicht?
Es gibt keinen „richtigen“ Umgang mit Catcalling. Sicherheit geht immer vor. Manchmal ist Ignorieren die beste Strategie, besonders wenn die Situation bedrohlich wirkt. In anderen Momenten kann eine klare, ruhige Antwort empowernd sein.
Wichtig ist: Niemand ist verpflichtet, schlagfertig zu reagieren. Die Verantwortung liegt immer bei der Person, die belästigt.
10 Sätze, die man sagen kann
Wenn die Situation sicher ist und man reagieren möchte, können folgende Sätze helfen, Grenzen zu setzen:
- „Das ist kein Kompliment, das ist übergriffig.“
- „Ich möchte nicht kommentiert werden.“
- „Behalten Sie Ihre Meinung bitte für sich.“
- „Haben Sie mich um Ihre Bewertung gebeten?“
- „Respekt wäre angebrachter.“
- „Ich kenne Sie nicht – sprechen Sie mich nicht so an.“
- „Warum denken Sie, dass das angemessen ist?“
- „Ihr Verhalten ist peinlich.“
- „Nein.“
- „Stopp.“
Kurz, klar und ohne Diskussion – das wirkt oft stärker als lange Erklärungen.
Was die Gesellschaft tun kann
Neben individueller Reaktion braucht es gesellschaftliche Veränderung: Aufklärung in Schulen, Sensibilisierungskampagnen und eine klare rechtliche Einordnung. Initiativen wie Straßenkreide-Aktionen, bei denen Betroffene Sprüche dokumentieren, machen sichtbar, wie alltäglich Catcalling ist.
Catcalling ist kein Kavaliersdelikt. Es geht nicht um Humor oder Flirt, sondern um Respekt und Selbstbestimmung. Ein öffentlicher Raum sollte für alle sicher sein – unabhängig von Geschlecht oder Aussehen.
Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.
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