Mit großen Schritten voran – Nici Wührer

Innenarchitektur

4 Min.

Sandra PHOTO-ART-DESIGN

von Martina Scheichl-Merle

„Mein Mut und Optimismus treiben mich an,
Neues auszuprobieren.“

Nici Wührer

Freundlich grüßt Nici Wührer im höttges Showroom in Dornbirn. Von der vielen Arbeit, die auf sie wartet, ist nichts zu spüren. Nici ist ein wahres Multitalent, das trotz voller Agenda Ruhe und Bodenständigkeit ausstrahlt. Als Geschäftsführerin von höttges in Dornbirn und höttges windows in Wien sowie als Innenarchitektin arbeitet sie immer auf höchstem Niveau. In den Wohnräumen ihrer Kunden gelingen ihr wirkungsmächtige Gesamtkunstwerke, die einmalig sind und mittlerweile gilt sie als die Ansprechperson in allen Fragen rund um individuell-visionistische Raumgestaltung. Doch ihr Werdegang führte nicht geradlinig ins Interior Design. Erst nach Stationen in der Architektur und im Mediendesign fand sie im Interior Design ihre Berufung. Inspirationen für ihre Arbeit findet sie hier überall, selbst im Alltäglichen. Dass sie ihre eigene Lebensrealität so vielseitig in den Beruf integrieren kann, gibt Nici den Nährboden für große Visionen, die sie mutig realisiert.

Du bist Gründerin, Geschäftsführerin und eine Spezialistin, was Innenarchitektur betrifft. Woher kommt deine Triebkraft?

Ich denke, mich treibt eine Kombination aus Mut und Optimismus stets dazu an, Neues zu probieren. Ich habe einen positiven Blick auf die Dinge und stelle mich Problemen lösungsorientiert. Ich sag mir oft: „Das probiere ich einfach und das mache ich jetzt!“ Und meistens klappt es dann. Ich denke, fürs Mutigsein besitzt man ein Gen – entweder man hat es, oder man hat es nicht. Dazu habe ich ein gutes Gespür für Menschen, das mich häufig an die richtigen Personen herangetragen hat. Ohne die Expertise anderer würde es sowieso nicht gehen, in einem so breit gefächerten Markt den Überblick zu behalten.

Du hast vor über zehn Jahren mit deinem Beruf als Architektin in ein neues Terrain gewechselt und vor vier Jahren höttges übernommen. Ein mutiger Schritt! Wie kam es dazu?

Ich hatte eigentlich nie daran gedacht, in die Möbelbranche zu wechseln. Dass Erwin Höttges jemanden mit Hintergrund aus der Architektur suchte, interessierte mich sehr. Als ich den ersten Schritt ins Geschäft machte, war ich wie elektrisiert und es war mir schnell klar, dass ich hier arbeiten wollte. Als die Übernahme vor vier Jahren anstand, fühlte ich mich besonders vom unternehmerischen Gedanken mitgerissen. Ich probiere gerne Neues aus und so wollte ich diese Herausforderung annehmen. Es war ein guter Schritt, denn ich kann mich hier kreativ ausleben und bin an vielen verschiedenen Schnittstellen integriert.

Sandra PHOTO-ART-DESIGN

Mit höttges windows hast du im Oktober 2022 ein zweites Geschäft am ehemaligen prodomo-Standort eröffnet. Wie realisierte sich diese Idee?

Die Idee dazu entstand, als ich – vor einem leeren Geschäftslokal in Wien stehend – die Vision von höttges in der Hauptstadt hatte. Nur kurz darauf teilte mir eine Agentin mit, dass Renate Teichgräber, Geschäftsführerin von prodomo windows, für den Standort im 1. Bezirk eine Nachfolge suchte. Dass an dieser Adresse schon seit vielen Jahren erstklassige Designmöbel verkauft wurden, reizte mich. Ohne Erwartungen ging ich in ihr Geschäft und ergriff die Initiative. Das war mein Joker: Ich hatte nichts zu verlieren. Und dann ging es schnell: Von der ersten
Vision bis zur Zusage verging knapp ein Monat.

Zusätzlich zum Verkauf bietet höttges auch Komplettlösungen für Kunden. Habt ihr aktuell ein Projekt?

Im Moment realisieren wir eine Villa im 19. Bezirk Wiens. Ein richtiges WOW-Projekt! Das ist die größte Dimension, in der ich je gearbeitet habe. Wir arbeiten hier eng mit dem Architekten und anderen Beteiligten zusammen und gestalten alles vom Boden- und Wandbelag, über die Badezimmer, Küchenplanung, Textilien und Möblierung. Ein Traum für jeden Innenarchitekten.

Was ist dein liebstes Projekt bisher?

Das genialste, das ich bisher fertiggestellt habe, ist ein Penthouse mit einer großzügigen Outdoor-Fläche. Der Kunde ist ein See- und Bergliebhaber und so haben wir im Außenbereich einen Infinity Pool gebaut und innen ein Atrium mit Felsblöcken, die extra dafür vom Berg abgetragen wurden. Der Grundriss der Wohnung ist dynamisch konzipiert und generiert daher ein grenzenloses Gefühl.

Ich denke, fürs Mutigsein, braucht man ein Gen – entweder man hat es, oder man hat es nicht!

Nici Wührer

Was gefällt dir am besten an deiner Arbeit?

Die persönliche Zusammenarbeit mit den Agenturen und Herstellern mag ich besonders; man begegnet sich respektvoll und tauscht sich auf Augenhöhe aus. Die Besuche in den Produktionen in ganz Europa inspirieren mich und diese Eindrücke fließen in meine Arbeit ein.

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