Portrait der Modedesignerin Melanie Stocker in einem Feld

Melanie Stocker

deep white black: Zwischen Nachhaltigkeit und Design

2 Min.

© Ingo Hendl

Angezogen, aber niemals verkleidet. Das von Melanie Stocker neu gegründete Vorarlberger Modelabel _deep white black steht für charakterstarke Daily Wear und schliesst elegant die Lücke zwischen Basic- und Fashionwear. 

Ein eigenes Modelabel zu gründen, stand eigentlich nicht auf der Agenda der Textilingenieurin Melanie Stocker. „Das war kein lang ersehnter Traum, sondern vielmehr das Ergebnis einer Reise“, erzählt die gebürtige Dornbirnerin. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes wollte sie nicht weitermachen wie bisher, sondern selbstbestimmt arbeiten. Berufung statt Beruf und keine halben Sachen, lautete das Credo. Die ständige Lust an der Kreativität und der Wunsch, eigene Visionen zu entwickeln und voranzutreiben, führten dann schließlich doch zu den ersten Entwürfen ihrer eigenen Kollektion.

Die Kollektion mit zwölf Stücken in den Farben absolut black, deep white und abstract clay ist von absoluter Schlichtheit und markanter, lockerer Schnittführung geprägt. Drei T-Shirts, vier Longsleeves, ein Top, eine Hose, ein Rock und zwei Kleider lassen sich wunderbar zu einem lässigen Overall-Look kombinieren oder ganz unkompliziert in seine bestehende Garderobe miteinbeziehen. Basics, die keine Basics sind, sondern viel mehr. Auffallend sind die weiten, bequemen Schnitte in fließender Viskose und die speziellen, cleveren Details. Bei der Hose ZOE etwa lässt sich per Druckknopf die Weite des Beines regulieren, wodurch eine gänzlich neue Linienführung entsteht.

„Der nächste Schritt wird wohl eine Ausweitung der Kollektion in Strick sein. Wenn sich das Label etabliert hat, ist eine Ergänzung mit einer Männerkollektion durchaus vorstellbar.“

Melanie Stocker

So geradlinig ihre erste Kollektion auch erscheint, der Weg dorthin war es definitiv nicht. „Ich musste einige Hürden meistern, denn es ist vieles schiefgegangen – Lieferverzögerungen, falsche Anlieferungen und das Model und die Tänzerin für die erste Kampagne konnten wegen Corona nicht anreisen. Aber der Höhepunkt war ein Brand bei meinem Hauptstofflieferanten, bei dem die gesamte Ausrüstung und Färberei zerstört wurde“, erinnert sie sich zurück. Gerettet hat sie ihr Netzwerk in Vorarlberg. „Das hat mir wieder gezeigt, wie wichtig es ist, auf Regionalität zu setzen.“

Langlebigkeit, Qualität und Nachhaltigkeit stehen bei der Entwicklung und Produktion an oberster Stelle. Melanie Stocker verwendet Stoff aus Vorarlberg, Knöpfe und Zubehör aus Deutschland und ihre Graspapier-Versandkartons stammen aus Österreich. Produziert wird in Kroatien, in einem kleinen, zertifizierten Betrieb, mit dem die Designerin schon über 20 Jahre eine vertrauensvolle Zusammenarbeit pflegt. Außerdem wird auf kleine Mengen gesetzt, um eine Überproduktion zu vermeiden. „Wir wollen ein neues Bewusstsein für einzelne Lieblingsstücke wecken und nicht für die Tonne produzieren. Darum gibt es auch nur eine Kollektion im Jahr, die sich 365 Tage tragen lässt.“

Text von Sandra Kacetl

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