PCO-Syndrom: türkise Schleife

Häufigste Hormonstörung: Was ist das PCO-Syndrom?

Die Symptome: Langer Zyklus, Akne und Oberlippenbart

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© Getty Images/Ekaterina Dorozhkina

Vom PCO-Syndrom ist jede fünfte bis jede zehnte Frau betroffen – und damit mehr als von Endometriose. Hast du schon einmal vom Polyzystischen Ovarialsyndrom gehört? Ich auch nicht. Bis ich vor kurzem bei einer Recherche über die weibliche Intimpflege darüber stolperte. Jetzt weiß ich: Die Erkrankung gehört zu der häufigsten Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter. (Ähnlich unbekannt wie PCOS ist sicher die Hyperhidrose, das krankhafte starke Schwitzen.)

PCO-Syndrom: Die 6 wichtigsten Fragen

Regelschmerzen während der Menstruation sind schlimm, aber zumindest spüren wir sie. PCOS ist schwieriger zu diagnostizieren. Was du über die Krankheit wissen musst:

Was ist PCOS?

Das PCO-Syndrom (PCOS) ist eine hormonelle Störung, die bei Menschen mit Vagina im gebärfähigen Alter verschiedene Beschwerden auslöst. Das Polyzystisches Ovarialsyndrom hat seinen Namen durch die vermehrte Zystenbildung an den Eierstöcken. Die Zysten sorgen dafür, dass sich die Eierstöcke vergrößern.

Schriftzug PCOS
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Ursachen für PCOS: Wie entsteht die Hormonstörung?

Wie genau PCOS entsteht, ist noch nicht ganz klar. Vermutlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören genetische Veranlagung, ein gestörter Zuckerstoffwechsel und ein Überschuss an männlichen Sexualhormonen im Frauenkörper.

Symptome: Woran erkenne PCOS?

Genau wie die Ursachen, sind auch die Symptome beim PCO-Syndrom vielfältig. Die meisten Betroffenen haben einen sehr langen Zyklus, mit 35 und mehr Tagen. Auch unregelmäßige Zyklen und eine ausbleibende Periode können auf PCOS deuten.

Gerade der erhöhte männliche Hormonspiegel macht die unangenehmsten Symptome aus: Akne, fettige Haut, Fettleibigkeit, Bartwuchs, Geheimratsecken, Haarausfall und dafür mehr Behaarung an Rücken, Bauch und Brust.

PCO-Syndrom: Wie viele Frauen sind betroffen?

PCOS ist die häufigste Hormonstörung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei ist nicht ganz klar, wie viele Frauen genau unter PCOS leiden. Die Schätzungen variieren, manche gehen von weltweit 15 Prozent Betroffenen aus. Andere schätzen die Zahl etwas geringer auf fünf bis zehn Prozent. So oder so liegt die Dunkelziffer vermutlich höher. Denn die vielen Variablen bei der Erkrankungen machen es schwer, diese eindeutig zu diagnostizieren.

Kinderwunsch, Figur, Lebenserwartung: Was verändert sich durch das PCO-Syndrom?

Frauen mit PCO-Syndrom haben häufig Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Der unregelmäßige, verlängerte Zyklus gepaart mit zu vielen männlichen Hormonen im Körper und Zysten in den Eierstöcken macht das Kinderkriegen zur Herausforderung. Unmöglich ist es aber nicht. Betroffenen kann eine Hormontherapie helfen.

Schwangerschaftsbilder trotz PCO
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Die meisten Frauen mit PCOS leiden, wie erwähnt, unter einer eher männlichen Figur mit männlicher Körperbehaarung und neigen zu Fettleibigkeit.

Eine höhere Sterblichkeit brauchen Betroffene aber nicht zu fürchten: Laut einer Studie haben Frauen mit PCOS keine niedrigere Lebenserwartung als Frauen ohne die Erkrankung.

Mögliche Folgen: Muss ich PCOS behandeln?

Wird das PCO-Syndrom nicht behandelt, kann das leider unangenehme Folgen nach sich ziehen. Diabetes ist eine davon. Durch Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes ist wiederum das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen bei PCOS-Patientinnen erhöht.

Auch Herzinfarkt und Schlaganfall sind ernstzunehmende Risiken. Treffen mehrere der Symptome auf dich zu, kann ein Gespräch bei deiner Frauenärztin dir Sicherheit geben und möglichen Folgen vorgreifen.

Wie wird PCOS behandelt?

PCOS ist leider nicht heilbar. Aber: Die Symptome können gemildert werden. Mit Gelbkörperhormonen oder der Antibabypille regulieren Expert:innen den Zyklus von betroffenen Frauen. Das Medikament Metformin kann den Zucker- und Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen. Eine chirurgische Entfernung der Zysten kann die Produktion männlicher Sexualhormone hemmen.

Beispielbild Antibabypille
© Unsplash/Reproductive Health Supplies Coalition

Ansonsten sind eine ausgewogene Ernährung und Sport angeraten. Beides hilft beim Abnehmen, was wiederum ebenfalls die Produktion androgener Hormone reduzieren und so die Fruchtbarkeit steigern kann.

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