Jonny Balchin

Austrian Kiwi: Servus, i bin da Jonny Balchin!

Influencer Jonny Balchin auf Tuchfühlung mit österreichischem Humor.

5 Min.

© Jonny Balchin

Angefangen hat alles eigentlich aus Spaß. Jonny Balchin postete ein Video beim Radfahren durch Salzburg auf TikTok, das am selben Tag noch viral ging. Mittlerweile hat der „Austrian Kiwi“ knapp 600.000 Follower:innen auf Instagram, die er durch seine witzige und charmante Art zum Lachen bringt.

Wir haben den Neuseeländer auf ein Gespräch getroffen und uns über österreichischen Humor, seine Lebensphilosophie und Zukunftspläne unterhalten.

Jonny, was hat dich dazu inspiriert, nach Österreich zu ziehen?
Jonny Balchin: Nach Salzburg hat es mich eigentlich durch eine Straßwalchnerin verschlagen. Ich komme ursprünglich aus Neuseeland und hatte dort im Jahr 2019 mein Studium beendet. Ich beschloss danach, einfach eine Zeit lang in Südostasien herumzureisen.

Während dieser Reise lernte ich zufällig ein Mädchen aus Straßwalchen kennen und wir haben beschlossen, gemeinsam weiterzureisen und uns zusammen Vietnam anzusehen. Nachdem sie allerdings wieder nach Salzburg zurückflog und ich alleine meine Reise fortsetzte, haben wir bemerkt, dass wir uns gegenseitig doch sehr vermissen.

Ich habe sie dann aus diesem Grund wenig später in ihrer Heimat in Österreich besucht. Seitdem sind wir ein Paar und ich habe beschlossen, zu ihr nach Salzburg zu ziehen.

Jonny Balchin
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Durchwurschtln ist mehr als nur mein Lieblingswort. Es ist beinahe eine Art Lebensphilosophie. 

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Wie bist du auf die Idee gekommen, Parodien über österreichische Verhaltensweisen auf Social Media zu posten?
Ich habe auf meinen Reisen immer wieder mal Videos gepostet, daher war Social Media nichts Unbekanntes für mich. Grundsätzlich bin ich ein optimistischer und humorvoller Typ Mensch. Ich beobachte sehr gerne und nehme meine Ideen aus dem alltäglichen Leben.

Die erste Idee für ein Video kam mir bei einer Beobachtung, als ein Fußgänger auf einem Radfahrstreifen ging. Jemand, der das ebenfalls gesehen hatte, hat sich darüber sehr aufgeregt. In Neuseeland würde das niemanden stören, aber in Österreich ist mir aufgefallen, dass Menschen meist nicht immer ganz so entspannt reagieren und einige eben auch wütend werden, wenn sie so etwas sehen.

Das war neu für mich und ich wollte darüber unbedingt ein Video auf TikTok posten. Dieses erste Video von mir war bereits am Tag der Veröffentlichung ziemlich erfolgreich mit mehreren zehntausend Klicks. Deshalb habe ich einfach weitergemacht.

Wie würdest du den österreichischen Humor beschreiben? Inwiefern unterscheidet sich dieser vom Humor der Neuseeländer:innen?
Eigentlich ist der Unterschied gar nicht so groß. Ich denke, Österreicher:innen sind etwas reservierter und es braucht etwas mehr Zeit, ihre Schale zu knacken. Fast wie bei einer Kokosnuss. Aber hast du die Schale mal geknackt, hast du auch das Vertrauen gewonnen.

Bei Neuseeländer:innen ist es ähnlich, aber es geht schneller, die Schale zu knacken. Wenn du einmal das Vertrauen gewonnen hast, zeigen dir die Österreicher:innen, dass sie dich mögen, indem sie manchmal freche Dinge zu dir sagen. Aus meiner Sicht sind Österreicher:innen die lustigsten Menschen, die ich je getroffen habe.

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Hast du jemals Kritik wegen deiner Parodien erhalten?
Nein, bisher noch nicht. Es ist meinerseits auch nicht die Absicht, jemanden zu verletzen.

Welche Message möchtest du mit deinem Content vermitteln?
Mein ultimatives Ziel ist es, mit allem was ich mache, Leute zum Lachen zu bringen. Ich möchte dazu beitragen, ein bisschen mehr Freude in diese Welt zu bringen.

Es bedeutet mir viel, wenn mir jemand schreibt, dass er gerade durch eine schwere Zeit geht und durch meine Videos endlich mal wieder lachen konnte. Wenn ich so etwas lese, motiviert mich das.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Ich möchte auf jeden Fall mit meinem Content weitermachen wie bisher. Neben den kurzen Videos möchte ich längere Videos produzieren und meinen Content auch auf anderen Plattformen entwickeln.

Außerdem plane ich TV-Shows und habe hier schon ein paar Ideen im Kopf. Aktuell denke ich auch über eine Fashion-Brand nach. Pläne gibt es also echt viele!

Hast du ein österreichisches Lieblingswort?
Ja, mein absolutes Lieblingswort ist „durchwurschtln“.

Warum genau dieses Wort?
„Durchwurschtln“ ist mehr als nur ein Wort, es ist beinahe eine Lebensphilosophie. Man kann nicht immer auf alles im Leben vorbereitet sein. Es ist nicht alles planbar.

Man muss im Leben flexibel sein und man lernt, indem man etwas einfach macht. Fehler passieren, ob man will oder nicht. Ein „Durchwurschtler“ versteht dieses Konzept. Er macht einfach drauflos und wird am Ende vielleicht noch positiv überrascht vom Leben.

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Was ist dein Lebensmotto?
Neben dem „Durchwurschtln“ kommt es auch auf das richtige Mindset an. Niemand kümmert sich so um dich, wie du selbst. Man denkt mehr über sich nach als alle anderen in der Welt um dich herum. Keiner macht sich Gedanken darüber, ob dein Scheitel richtig liegt.

Es fällt ja niemandem wirklich auf außer dir. Mir hilft diese Denkweise, um so sein zu können, wie ich bin. 

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MEHR ÜBER DIE AUTORIN DIESES BEITRAGS

Elisabeth Trauner
© Privat

Elisabeth Trauner ist Redakteurin von Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört gerne Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.

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